Vorbereiteter Notvorrat zu Hause bei Kerzenlicht

Die 72-Stunden-Hausliste: In 6 Schritten notfallbereit

Aktualisiert: Oktober 2026 Kategorie: Vorsorge | Lesezeit: ca. 11 Minuten

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Stromausfall im Winter, Hochwasser, Orkan,large-scale Ausfall der Wasserversorgung – die Szenarien, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz realistisch sind, haben eines gemeinsam: Sie dauern typischerweise drei Tage, bevor staatliche Strukturen greifen oder die Infrastruktur repariert ist. Genau deshalb lautet die offizielle Empfehlung von BBK, ORF und der Schweizer Bevölkerungsschutz: 72 Stunden Eigenversorgung für jeden Haushalt. Diese Liste führt dich in sechs Schritten dorthin – mit konkreten Mengen, realistischen Budgets und ohne Bunker-Mentalität.

Warum 72 Stunden die magische Zahl sind

Die Geschichte zeigt ein Muster: Beim Münchner Stromausfall 2019, bei den Flutkatastrophen im Ahrtal 2021, nach schweren Winterstürmen in Österreich – die kritische Phase, in der Versorgung und Information zusammenbrachen, lag zwischen 24 und 72 Stunden. Danach richteten Behörden Notunterkünfte ein, Verteilungsstellen arbeiteten, Netzbetreiber hatten Erste-Hilfe-Leistungen wiederhergestellt. Wer 72 Stunden zu Hause überbrücken kann, kommt in fast jedem Szenario ohne fremde Hilfe durch. Der Aufwand dafür ist überschaubar: 150–300 € und ein paar Einkäufe, die du ohnehin tätigst. Der erste Schritt ist ein Blick auf die Prepping-Grundlagen – danach folgt diese Liste.

Schritt 1: Wasser (Budget: 30–60 €)

Ohne Wasser überlebt der Mensch drei Tage, ohne Essen Wochen. Deshalb kommt Wasser zuerst.

Schritt 2: Essen (Budget: 40–80 €)

Drei Tage ohne Strom heißt: Kühlschrank und Gefrierfach sind nach 4–24 Stunden Geschichte. Was bleibt, ist Vorrat, der ohne Kühlung und mit minimalem Kochaufwand funktioniert:

Schritt 3: Licht & Energie (Budget: 30–60 €)

Blackout bedeutet: 12–16 Stunden Dunkelheit pro Tag im Winter. Ohne Licht wird jede Wohnung zur Gefahrenzone.

Schritt 4: Information (Budget: 30–80 €)

Der am meisten unterschätzte Punkt. Ohne Information wird aus Vorsorge Panik, und Gerüchte machen gefährliche Entscheidungen.

Schritt 5: Wärme & Hygiene (Budget: 40–80 €)

Ohne Heizungspumpe und elektrische Zirkulation kühlt eine Wohnung im Winter um mehrere Grad pro Tag ab. Gleichzeitig fallen Warmwasser und teils Toiletten aus.

Schritt 6: Dokumente & Plan (Budget: 0–20 €)

Der Punkt, der nichts kostet und im Nachhinein unbezahlbar ist:

Die komplette Checkliste zum Abhaken

KategoriePostenMenge (2 Personen)✓
WasserMineralwasser PET18–24 L☐
WasserWasserkanister1–2 × 10–22 L☐
WasserFilter/Tabletten1 Set☐
EssenKonserven & Vorrat18 Mahlzeiten☐
EssenCampingkocher + Gas1 + 2 Kartuschen☐
LichtStirnlampe1/Person + Reserve☐
LichtKerzen + Teelichte10–20 Stück☐
EnergiePowerbank / Kurbelgerät1☐
EnergieBatterien AA/AAA/Dje 8–12☐
InfoKurbelradio1☐
InfoFrequenzliste + Plan1 Blatt☐
WärmeDecken/Schlafsack1/Person☐
WärmeRettungsdecke/Biwaksack1/Person☐
HygieneFeuchttücher, Desinfektion, Not-WC1 Set☐
MedizinErste-Hilfe + Medikamente1 Set + 5 Tage☐
DokumenteNotfallordner + Bargeld1 + 50–100 €☐
Umsetzungs-Tipp: Nicht alles auf einmal. Verteile die Liste über 4–6 Wochen auf normale Einkäufe: Diese Woche Wasser und Konserven, nächste Woche Licht und Batterien. In sechs Wochen ist der Haushalt komplett vorsorgebereit – ohne Budget-Bruch.

Häufige Fragen

Warum genau 72 Stunden?

In fast allen realistischen Szenarien sind staatliche Hilfe und Infrastruktur nach etwa drei Tagen teilweise wiederhergestellt. 72 Stunden Eigenversorgung überbrücken genau diese Lücke.

Was kostet die komplette Vorsorge?

150–300 € für einen Zwei-Personen-Haushalt, verteilt über 4–6 Wochen an normalen Einkäufen. Vieles ist ohnehin im Haushalt vorhanden (Decken, Töpfe, Taschenlampe).

Wo lagert man alles am besten?

Alle Vorräte zusammen an einem Ort: kühl, dunkel, trocken, im Dunkeln ohne Strom erreichbar (Kellerschrank oder Vorratsschrank). Checkliste an der Lagerstelle aufhängen.

Welche Dokumente in den Notfallordner?

Ausweis-, Impf- und Versicherungskopien, Eigentums- und Kontonachweise, ärztliche Verordnungen, Kontaktdaten – in wasserdichter Hülle plus verschlüsseltem Digital-Backup.

Wie oft prüfen?

Zweimal jährlich zur Zeitumstellung: MHDs rotieren, Batterien und Radio testen, Wasser wechseln. 30 Minuten pro Halbjahr genügen.

Fazit

72 Stunden Eigenversorgung sind kein Prepper-Extremsport, sondern Hausverstand: Wasser, Essen, Licht, Information, Wärme, Dokumente – sechs Blöcke, 150–300 €, sechs Wochen Umsetzungszeit. Was du dafür bekommst, ist unbezahlbar: Im Blackout, beim Hochwasser oder beim Wintersturm bist du der ruhige Haushalt, der hilft, statt der Hilfesuchende. Starte heute mit Schritt 1 (Wasser – der billigste und wichtigste Posten) und arbeite die Liste in Ruhe durch. Wer tiefer einsteigen will, erweitert danach auf 10 Tage Notvorrat und packt den Bug-out-Bag für den Evakuierungsfall.

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