Eine vierköpfige Familie verbraucht im Notfall etwa drei Tonnen-Kilogramm Essen und 84 Liter Wasser pro Woche – klingt viel, ist aber ein ganz normaler großeinkauf. Der Unterschied: Diese Einkaufsliste liegt für 7 Tage in Keller oder Vorratsschrank, bis sie gebraucht wird. Dieser Artikel liefert die komplette Liste mit Mengen und ehrlichen Kosten – Budget und Komfort – für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Wer andere Haushaltsgrößen hat, passt die Werte mit dem kostenlosen Vorratsrechner an.
Was das BBK empfiehlt – und was Familie realistisch braucht
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt für den Hausnotvorrat eigentlich 10 Tage: 2.200 kcal pro Erwachsenem und Tag, 3 Liter Wasser pro Person und Tag. Für den Einstieg ist 7 Tage ein sehr guter, realistischer Kompromiss: Es überbrückt fast alle typischen Szenarien (Stromausfall, Hochwasser-Einsperung, Winter-Blackout, Versorgungsengpässe) und die Anschaffung bleibt eine normale Haushaltsausgabe statt eines Projekts. Wer 7 Tage hat, baut später mit wenigen Handgriffen auf 10 oder 14 Tage aus – der komplette Plan steht im Notvorrats-Guide.
Wichtig für Familien: Kinder essen weniger Kalorien als Erwachsene, aber sie brauchen vertrautes Essen. Ein Kleinkind akzeptiert keine Woche EPa-Riegel. Deshalb mischen wir auf dieser Liste normales Supermarkt-Essen (das die Familie ohnehin isst) mit wenigen Langzeitprodukten als Rückfallebene.
Wasser: die wichtigste Position
Für 4 Personen und 7 Tage gilt: 84 Liter nach BBK-Formel (3 L × 4 Personen × 7 Tage). Bei Hitze oder mit Säuglingen eher mehr. Praktisch heißt das:
- Billigste Lösung: 56 × 1,5-Liter-Wasserflaschen (Sparpacks) – ca. 25–35 €, überall erhältlich, MHD beachten (meist 12–24 Monate).
- Ruhigere Lösung: 8–9 stabile Wasserkanister à 10 L – stapelbar, mit Hahn, jahrelang nutzbar. Ein lebensmittelechter 10-L-Kanister mit Ablasshahn ist unser Wasserkanister-Vergleichs-Sieger fürs Budget.
- Backup: Wassertabletten oder ein einfacher Filter, falls der Vorrat länger reicht als geplant. Details im Wasseraufbereitungs-Guide.
Die komplette Einkaufsliste (7 Tage, 4 Personen)
Mengen für 2 Erwachsene + 2 Kinder (6–12 Jahre), gerechnet auf ~8.000 kcal/Tag Haushaltsgesamtbedarf:
| Kategorie | Menge (7 Tage) | Beispiele |
|---|---|---|
| Getreideprodukte | ~7 kg | Nudeln 3 kg, Reis 1 kg, Haferflocken 1 kg, Brotmischung/Knäckebrot 2 kg |
| Konserven & Hülsenfrüchte | ~11 kg | Bohnen, Linsen, Mais, Gemüse- und Obst-Dosen, Tomatenpassata, Fisch- und Fleischkonserven |
| Milchprodukte | ~4,5 kg | H-Milch 4 L, Milchpulver 500 g, Hartkäse (vakuumiert) |
| Fette & Öle | ~1 kg | Raps-/Olivenöl, Erdnussbutter |
| Zucker & Süßes | ~1,2 kg | Zucker, Honig, Marmelade, Schokolade (Moral-Reserve für Kinder!) |
| Sonstiges | – | Salz, Gewürze, Brühe, Kaffee/Tee, Müsliriegel, Obstbrei für Kleinkinder |
| Wasser | 84 L | Flaschen oder Kanister (siehe oben) |
| Rückfallebene | 4 × 500 g | EPA-Notrationen (20 Jahre haltbar) – überbrücken je 1 Personentag |
Was kostet der Vorrat wirklich?
| Budget-Einkauf (Discounter)Preis-Leistungs-Sieger | Konserven, Nudeln, Reis, Wasser in Kisten, H-Milch | ≈ 150–220 € |
| Mix (empfohlen) | Budget-Einkauf + 4 Notrationen + 10-L-Kanister | ≈ 200–280 € |
| Komfort | Fertiggerichte, Freeze-dry, Marken-Langzeitnahrung | ≈ 300–450 € |
Der Budget-Einkauf ist die ehrliche Empfehlung für die meisten Familien: Er deckt denselben Kalorien- und Wasserbedarf ab wie der Komfort-Vorrat – kostet aber weniger als die Hälfte. Komfortprodukte kaufen nur, wer beim Kochen ohne Strom oder beim Geschmack Abstriche vermeiden will. Eine Packung NRG-5 Notration (500 g, ~20 Jahre haltbar) pro Person ist die sinnvollste Komfort-Investition: Sie entschärft das größte Risiko jeder Liste – dass die Rotation vergessen wird.
🏆 Rückfallebene: BP-5 Notration 500 g
~2.300 kcal pro Packung, 10–20 Jahre haltbar, portionsweise vorgeschnitten. Die Versicherung für den Fall, dass die reguläre Rotation mal überfällig ist. Ausführliche Bewertung: Notnahrung im Test.
Bei Amazon ansehenKinder, Kleinkinder & Haustiere
- Kleinkinder: Brei, Milchnahrung, Obstgläser einplanen – beim Vorratsrechner als „Kleinkind" zählen, dann passt die Kalkulation.
- Schulkinder: Vertrautes Snack-Niveau halten (Müsli, Kekse, Trockenobst). Psychologisch wertvoller als jede Kalorienoptimierung.
- Hund & Katze: Pro Woche mindestens das normale Futtersoll + 20 % Puffer lagern; Wasser extra. Die komplette Liste steht im Artikel Notfallvorsorge mit Hund & Katze.
Lagerung & Rotation im Familienalltag
- Ein Ort, ein Regal: Kühl, dunkel, frostfrei (Kellerregal, Vorratsschrank). Alles an einem Platz – so sieht die Familie, was da ist.
- First in, first out: Neue Ware hinten, alte vorn. Konserven im Alltag aufbrauchen und ersetzen – so altert der Vorrat nie.
- Halbjahres-Check im Kalender: 15 Minuten alle 6 Monate: MHD scannen, Verbrauchtes nachkaufen, Kinder-Größen anpassen.
Wer die Familien-Ebene ganzheitlich denkt, liest danach den Familien-Notfallplan und erstellt den Krisenplan mit Vorlage – dort stehen Treffpunkt, Kontaktkette und Dokumente.
Häufige Fragen
Reichen Supermarkt-Lebensmittel wirklich?
Ja. Konserven, Nudeln, Reis und H-Milch decken den Bedarf komplett und deutlich günstiger als Spezialprodukte. Notrationen sind nur die Rückfallebene für die Rotation.
Wo lagern bei kleiner Wohnung?
Unterm Bett, in Schlafzimmerschränken, über Küchenschränken – Hauptsache kühl und dunkel. Verteilte Stauräume sind völlig okay, solange alle wissen, wo was liegt.
7 oder gleich 14 Tage?
Erst 7 Tage realistisch voll machen, dann erweitern. Ein voller 7-Tage-Vorrat ist besser als ein angefangener 14-Tage-Vorrat.
Fazit
Für rund 200 € ist eine vierköpfige Familie eine Woche versorgt – mit normalem Supermarkt-Essen, das ohnehin gegessen wird, plus ein paar Langzeit-Positionen als Sicherheitsnetz. Der größte Aufwand ist der erste Einkauf; danach kostet die Pflege nur noch eine halbe Stunde pro Halbjahr. Rechne deinen Haushalt mit dem Vorratsrechner durch und starte mit der Wasserposition – sie ist am einfachsten und am wichtigsten.