Familien-Krisenplan: kostenlose Vorlage zum Durchgehen

Aktualisiert: Oktober 2026Kategorie: Krisenvorsorge | Lesezeit: ca. 8 Minuten

Ein Krisenplan kostet nichts, braucht 30 Minuten und löst das Problem, das kein Vorratsregal lösen kann: Wie finden sich Familienmitglieder wieder, wenn die normalen Wege weg sind? Während der Notvorrat das „Was brauchen wir"-Problem löst, beantwortet der Plan das „Wo seid ihr, wer ruft wen an"-Problem – und genau dafür gibt es diese Vorlage zum Durchgehen. Kombinierbar mit dem Vorratsrechner (Mengen) und dem Familien-Notfallplan (Rahmen).

Warum ein Plan wichtiger ist als jedes Regal voller Konserven

In echten Notfällen (Hochwasser, Großbrands Evakuierung, landesweiter Stromausfall am Werktag) ist die Familie ortsverteilt: ein Elternteil im Büro, ein Kind in der Schule, das andere im Sportverein. Die Konserven im Keller helfen in dieser Stunde niemandem. Was hilft: drei vorher vereinbarte Antworten auf „Und jetzt?" – und ein Zettel, auf dem sie stehen, wenn der Handyakku leer ist.

Block 1: Notfalltreffpunkte

Block 2: Kontaktkette

  1. Die Fern-Anlaufstelle: Eine Person außerhalb der Region (Klasse: Tante in Bayern, Freund in Hamburg). Ruft jede/r dort an, finden sich alle über diesen einen Knoten – Verbindungen in die Ferne funktionieren oft, wenn Nahverkehr gestört ist. Internationaler Standard in Notfallplänen.
  2. Kette im Haushalt: Wer informiert wen? (z. B. Papa → Oma, Mama → Fern-Anlaufstelle, beide → Schulen)
  3. Ausgedruckt, nicht nur im Handy: Der Plan hängt an Kühlschrank, steckt in Schultasche und Geldbeutel. Papier braucht kein Netz und keinen Akku.

Block 3: Kinder

Block 4: Haustiere

Block 5: Dokumente & Medikamente

Die Vorlage zum Durchgehen

Kopiere diesen Block in ein Dokument (oder schreibe ihn ab) und fülle ihn zu Hause aus – 30 Minuten, fertig:

UNSER FAMILIEN-KRISENPLAN – Stand: ____________

  1. Treffpunkt A (wohnnah): _______________________________
  2. Treffpunkt B (regionalfern): _______________________________
  3. Wartezeit bei A, dann Wechsel zu B: bis ____ Uhr
  4. Fern-Anrufstelle (außerhalb der Region): Name ____________ Tel. ____________
  5. Kontaktkette: ______ informiert ______ → ______ informiert ______
  6. Kinder: Schule/Kita ruft bei Abholung an: Name ____________ Tel. ____________
    Notfallkarte im Etui: [ ] ja  |  Treffpunkt A auswendig: [ ] ja
  7. Haustiere: Tier __ ____, Transportbox Ort: ____________, Pfleger im Notfall: ____________
  8. Dokumentenmappe Ort: ____________  |  Medikamentenliste Ort: ____________
  9. Vertrauensnachbar/in: ____________ (Schlüssel: [ ] ja, Ort: ____________)
  10. Nächster Review des Plans: ____________ (empfohlen: alle 6 Monate)

Jedes Familienmitglied kennt: Treffpunkt A, Fern-Anrufstelle, „anrufen, wenn erreichbar". Plan hängt am Kühlschrank + Kopie in jeder Schultasche/Geldbörse.

Abschließende Schritte: (1) Plan einmal laut durchsprechen – Lücken fallen beim Sprechen auf. (2) Eine kleine „Übung" im Alltag: Beim Sonntagsspaziergang zeigen alle, wo Treffpunkt A ist. (3) Halbjahr später: Review-Termin im Kalender.

Häufige Fragen

Reicht der Plan digital als Notiz im Handy?

Als Ergänzung ja, als Hauptversion nein – Akku, Netzstörung und gesperrte Geräte machen Handynotes im Ernstfall unzuverlässig. Papier hängt am Kühlschrank, wenn alles andere still ist.

Wie oft muss der Plan aktualisiert werden?

Alle 6 Monate ein Blick drauf: Nummern, Schul-Regel, Treffpunkte. Nach Umzug, Schulwechsel oder Familienzuwachs sofort.

Gehören Vorräte in den Krisenplan?

Nur als Verweis: „Vorrat: Kellerregal" reicht. Die Mengen und Einkaufslisten finden sich im Notvorrats-Guide und im Familien-Vorrat.

Fazit

Der Familien-Krisenplan ist das höchste Nutzen-zu-Aufwand-Verhältnis der gesamten Vorsorge: 30 Minuten, 0 €, und die ganzen „was-wäre-wenn"-Fragen im Kopf sind beantwortet. Er ist das verbale Fundament, auf dem Vorrat (Rechner), Ausrüstung und Familie erst zusammen funktionieren – und er schläft nicht im Keller, sondern hängt sichtbar an der Küchenwand.