Stromausfall im Winter, Hochwasser an der Donau, Lawinenwinter im Gebirge: Österreich ist gut auf Katastrophenschutz organisiert – aber der erste Verantwortliche bist du selbst. Während Deutschland mit dem BBK eine bekannte Empfehlung (10 Tage) ausspricht, setzt die österreichische Vorsorge auf die ON-Regel 49000-Z „Krisenvorsorge“ und die klassische 72-Stunden-Regel. In der Praxis bewährt sich ein 7-Tage-Vorrat: realistisch anzulegen, überschaubar in den Kosten, ausreichend für die meisten Szenarien. Dieser Guide überträgt die offiziellen Empfehlungen in eine konkrete, budgetfreundliche Einkaufsliste für Haushalte in Österreich.
Was die offiziellen Stellen in Österreich empfehlen
- ONR 49000-Z „Krisenvorsorge“ (Austrian Standards): Die Österreichische Norm-Regel empfiehlt privaten Haushalten, sich für eine Übergangszeit von bis zu 14 Tagen selbst zu versorgen – mit Wasser, Lebensmitteln, Licht, Wärme und Information.
- 72-Stunden-Regel: Der Bund und die Länder (Informationsplattform des Bundeskanzleramts, z. B. über sicheres-oesterreich.at) gehen davon aus, dass Hilfsorganisationen in einer großen Lage erst nach etwa 72 Stunden flächendeckend helfen können. Diese drei Tage musst du überbrücken können.
- Katastrophenschutz der Länder: Jedes Bundesland hat eigene Warn- und Informationskanäle (Katastrophenfunk, Landes-Warn-Apps). Prüfe, was dein Bundesland nutzt – und trage dich ein.
Der pragmatic sweet spot: 72 Stunden unbedingt, 7 Tage besser, 14 Tage ideal. Wie du die Mengen für jede Stufe berechnest, zeigt dir unser Vorratsrechner – er rechnet mit denselben Referenzwerten für Erwachsene, Kinder und Haustiere.
Notrufnummern in Österreich: 122/133/144 – einfach aufschreiben
Die österreichischen Notrufnummern unterscheiden sich vom deutschen System. Diese Nummern gehören in jeden Notfallplan, an den Kühlschrank und auf die Notfallkarte der Kinder:
| Nummer | Dienststelle |
|---|---|
| 122 | Feuerwehr |
| 133 | Polizei |
| 144 | Rettung (Krankenwagen) |
| 140 | Bergrettung |
| 112 | Europäischer Notruf (auch mobil ohne SIM) |
Übe mit Kindern, was sie sagen sollen: Wer ruft an? Wo ist es passiert? Was ist geschehen? Wie viele Verletzte? Warten auf Rückfragen. Mehr dazu im Familien-Notfallplan (Vorlage).
Der 7-Tage-Vorrat: konkrete Mengen & Einkaufsliste (pro Person)
| Position | Menge für 7 Tage | Beispiel-Einkauf |
|---|---|---|
| Trinkwasser | 14 Liter (2 L/Tag), besser 21 L | 4–6 Kisten à 1,5-l-PET oder ein 20-L-Kanister |
| Kalorien | 7.000–10.500 kcal | Nudeln, Reis, Konserven, Knäckebrot, Nüsse |
| Obst & Gemüse | 7 Portionen haltbar | Obstkonserven, Tomatenpassata, Hülsenfrüchte |
| Eiweiß | täglich | Thunfisch, Bohnen, Linsen, H-Milch, Hartkäse |
| Fette/Öle | ca. 0,5 L | Rapsöl, Nussnougatcreme, Erdnussbutter |
| Sonstiges | – | Zucker, Salz, Kaffee/Tee, Vitamine, ggf. Babynahrung/Tiernahrung |
| Haushalt | – | Küchenpapier, Müllbeutel, Hygieneartikel, Medikamente, Batterien |
Die vollständige deutsche Liste mit Mengenrechnung für 4 Personen findest du im 7-Tage-Notvorrat für Familien – die Lebensmittel-Positionen gelten identisch in Österreich, die Preise sind vergleichbar.
Budget-Plan: Was kostet der Vorrat in Österreich?
- Stufe 1 – Budget (ca. 40–60 €/Person): Discounter (Hofer, Lidl, Penny), Marken-Eigenmarken. Wasser, Konserven, Teigwaren, H-Milch. Deckt alle Nährwerte ab.
- Stufe 2 – Mix (ca. 60–90 €/Person): Budget-Einkauf plus 1–2 NRG-5-Notrationen (~20 Jahre haltbar) als Rotation-freie Rückfallebene.
- Stufe 3 – Komfort (ca. 100–150 €/Person): Zusätzlich Wasserfilter oder Gravity-Filtersystem, Kurbelradio, Powerbank, Kocher.
Unser Grundsatz: Budget zuerst. Ein voller Discounter-Einkauf schützt mehr als die halbe Komfort-Ausrüstung – und vieles auf den Komfort-Listen ist ohnehin schon im Haushalt vorhanden (Taschenlampe, Kerzen, Radio). Die 72-Stunden-Hausliste zeigt dir, was davon schon da ist.
🏆 Rückfallebene: BP-5 Notration (lieferbar nach AT)
~2.300 kcal pro Packung, 10–20 Jahre haltbar, keine Rotation nötig. Die Versicherung für den Fall, dass der Supermarkt-Vorrat überfällig wird. Amazon.de liefert Notrationen regulär nach Österreich.
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Amazon.de versendet die meisten Vorsorge-Artikel nach Österreich – die Versandkosten sinken seit 2023 auf Standard-Niveau, viele Artikel sind mit Prime lieferbar. Bewährt für den Notvorrat in AT-Haushalten:
- Wasserkanister & Filter: Ein Sawyer Mini Wasserfilter (~25 €) macht aus Teich-, Regen- oder Flusswasser sicheres Trinkwasser – der Schlüssel, um weniger Wasser lagern zu müssen. Vergleich: Wasserfilter im Test.
- Kurbelradio: Bei großflächigen Stromausfällen ist das iRonsnow Solar-Kurbelradio (~25 €) die Informations-Lebensader – Österreichs Katastrophenfunk läuft über ORF-Radiokanäle. Test: Notfallradios 2026.
- Stromautonomie: Eine Solar-Powerbank 26.800 mAh (~40 €) hält Handy und Stirnlampe über Tage. Test: Powerbanks für den Stromausfall.
- Erste Hilfe: DIN-13157-Kästen entsprechen dem österreichischen Standard – Erste-Hilfe-Sets im Vergleich.
- Achtung Gas: Gaskartuschen werden teils nicht nach AT geliefert (Gefahrgut) – diese kauft ihr im österreichischen Camping- oder Fachhandel. Details: Gaskartuschen lagern & Notfallkochen.
Typische Szenarien in Österreich – und was sie von deinen Vorräten verlangen
- Stromausfall im Winter (Alpenregion, Schwarzblende): Wärme und Licht zuerst. Decken, Wolldecken, Kerzen, powerbank-gehaltene LED-Lampen. Guide: Heizen ohne Strom.
- Hochwasser (Donau, Inn, Mur): Kurzfristige Evakuierungsgefahr, Trinkwasser-Kontamination. Bug-out-Bag gepackt halten und Wasser aufbereiten können.
- Lawinenwinter/Sturm: Straßensperren, Stromausfall, mehrere Tage ohne Nachschub – genau das 7-Tage-Szenario.
- Pandemie/Supply-Chain: Kein Problem der Versorgung, aber der Empfehlung, nicht auf den letzten Tag zu warten.
Häufige Fragen zur Krisenvorsorge in Österreich
Muss ich in Österreich einen Notvorrat haben?
Rechtlich nicht – anders als in der Schweiz gibt es keine Bevorratungspflicht. Die ONR 49000-Z und die Plattform des Bundeskanzleramts empfehlen es aber ausdrücklich, und im Ernstfall überbrückt dein Vorrat die Zeit, bis Hilfe organisiert ist.
Wie viele Tage Vorrat sind realistisch für eine Mietwohnung?
7 Tage für 2 Personen passen in zwei Umzugskartons plus Wasserregal. Für 4 Personen rechne mit einem Schrankfach oder Kellerabteil. Der Vorratsrechner zeigt dir Mengen und Kosten exakt für deine Haushaltsgröße.
Funktionieren deutsche Checks & Tests auch für Österreich?
Ja – alle Produkttests auf dieser Seite sind händler- und länderunabhängig: Dieselben Modelle werden über Amazon.de auch nach Österreich geliefert. Nur bei Gas und manchen Chemikalien endet der Versand an der Grenze (Fachhandel).
Gibt es Warn-Apps für Österreich?
Ja: Der Bund und die Länder nutzen „KATWARN“-ähnliche Systeme sowie Landes-Apps und Katastrophenfunk. Installiere die Warn-App deines Bundeslandes und schaltecell-broadcast (automatische Warnungen aufs Handy) ein.
Was ist mit Haustieren?
Futter für 7 Tage pro Tier einplanen, plus Wasser. Ausführliche Liste: Notfallvorsorge für Haustiere.
Fazit: In einem Nachmittag zum 7-Tage-Vorrat
Krisenvorsorge in Österreich ist organisatorisch top vorbereitet – Feuerwehr, Rotes Kreuz und Katastrophenschutz sind stark. Aber der erste Verantwortliche für deine Familie bleibt der Haushalt selbst. Der Weg ist kurz: Notrufnummern an den Kühlschrank (122/133/144), einmal großer Discounter-Einkauf nach der Liste oben, eine Notration als Rückfallebene, Kurbelradio und Wasserfilter als Komfort-Ebene. Kosten: gut 200–300 € für eine Familie – aufgeteilt über zwei Gehälter gut machbar. Als nächsten Schritt rechnest du mit dem Vorratsrechner deine exakten Mengen und legst mit der Notvorrat-Anleitung los. Für Leser in der Schweiz gibt es den Schweiz-Guide mit BABS-Empfehlungen.
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